Mittwoch, 20. Oktober 2010

Was macht Andre Heller auf der WU??


Andre Heller wurde eingeladen im Rahmen der Serie "Open Minds". Und ich wurde eingeladen von meinem Sohn Patrick.
Andre Heller hat mich schon vor Jahrzehnten fasziniert, obwohl ich seine Texte nicht verstanden habe.
Heute habe ich ihn sehr gut verstanden.
Zur Lebensgeschichte:
Bei einem seiner ersten Filme hat er 800.000 Euro in den Sand gesetzt, nur um Erika Pluhar kennenzulernen ...
Was er zur Wirtschaftsuni beitragen kann: Sein Finanzkonzept ist rasch erklärt. Geld gibt man aus, alles andere ergibt sich von selber. Und wenn morgen einer im Radio verkünden würde: 2 plus 2 ist 5, würde ihn das nicht überraschen, so hat er schon seit Jahren gerechnet.
Somit beginnt er zu erzählen....
Am Beispiel des Verbrennungsprojekts in Lissabon hat er eine Antwort auf die wichtige Frage erhalten: Wo bin ich für mich selbst gefährlich?
Heller spricht vorwiegend von seiner Entwicklung, die mit der Geburt seines Sohnes vor 22 Jahren eine entscheidende Wendung genommen hat. Seine erste Lebens/Schaffensphase war durch Egobefriedigung, Angst und Größenwahn geprägt. Er war ein tobsüchtiges arabeskoides Wutkind. Die ersten 10 Jahre war er nur damit beschäftigt, die persönliche Eitelkeit zu bedienen. Sein früher Erfolg ließ ihn ein wenig durchatmen. Dennoch konnte er nie glücklich und zufrieden über seine Erfolge sein. Die Energie, die man austeilt, kriegt man zurück, und wenns über einen Rebound geht.
Die Geburt seines Sohnes Ferdinand ließ die Frage aufkommen: Wie kann ich ihn lieben und mich selbst nur kritisieren? Heller hat eingesehen, dass er jetzt 2 Kinder hat: ihn und sich selbst. Er hat beschlossen:
"Bring Dich selbst noch einmal auf die Welt und behandle dich so, wie du behandelt werden willst."
Es ergeben sich daraus drei Lernfelder:
1. Das Ego ist ein Hund. Es will den zittrigen Buben hinter dem Paravent verstecken. "Es ist die Domäne der Intellektuellen, hochmütig zu sein".
2. Tritt mit deiner Angst in Kontakt und überrede sie, dich zu verlassen. Die Angst kommt aus dem Mangel an Vertrauen.
3. Lerne bedingungslose Liebe.
"Hass macht blind, Liebe macht sehend."

Mach Projekte zu Liebesgeschichten.

Kopple dich von den Wünschen anderer ab. "Ich schwinge nicht mit dem Zeitgeist, dafür bin ich synchron mit den Schwingungen meiner Seele."

"Das tollste an mir ist, dass ich die Chance habe, aus mir mich zu machen."
Eine wesentliche veränderung war auch, dass er nicht mehr andere als Schuldige akzepriert hat sondern sich selbst verantwortlich gefühlt hat.

Erschüttert ist Andre Heller über die Bildungspolitik im speziellen und die Politiker im allgemeinen. Er ist der Meinung, man sollte den Unis zumindest so viel geben wie der Volksbank.
Er ist für eine Qualitätsguerillabewegung, da Bildung die Zukunft unseres Landes ist.

Auf die Frage: "Glauben Sie an Gott" sagte er: "Mit 63 Jahren glaube ich: Wir sind Gott und Gott ist in uns. Die Liebe ist Gott - nicht: Gott ist die Liebe. Spiritualität ja, Religion nein. Gott spielt nicht für den FC Vatikan oder FC Klagemauer.
Wir haben die Fähigkeit, in Freude aus sich heraus zu existieren.

Fazit: Ein sehr inspirierender Abend. Ich nehme mir vor, verstärkt in diese Richtung zu arbeiten. Früher aufzustehen ... nein, "in der Früh ist bei mir gar nix." (Zitat Heller) Mehr aufzustehen und meine Meinung zu sagen, meine Angst wegschicken. Mehr an meiner Demut und Liebesfähigkeit im Sinne Hellers göttlicher Liebe zu arbeiten (auch wenn das sehr kitschig klingt).
Wo ich nicht zustimme:
Ich werde keinen Qualitätsguerrillakrieg unterstützen. Ich werde mein Projekt Bildung (an dem ich seit längerem beteiligt bin) zu einer Liebesgeschichte machen.

Und: Danke, Patrick, dass du mich mitgenommen hast.

Freitag, 15. Oktober 2010

Globaler Wandel im Gange

In der letzten Zeit häufen sich die Anzeichen für einen grundlegenden globalen Wandel. In vielen gesprächen, Artikeln, News usw. tauchen neue Ansichten auf, so dass ich von einem globalen Paradigmenwechsel sprechen möchte.Ich habe hier auf meiner Homepage eine Liste zusammengestellt:
http://www.siebert.at/media/file/47_altes_und_neues_Paradigma3.pdf
Ich möchte heute, am 12. März, eine Ergänzung anbringen:
Es ist eine stille revolution im Gange, von unüberblickbarem Ausmaß, und ich bin gespannt, wann der "Tipping Point" kommt.
Wir hören nur das Laute (Libyen, die Merkel, ...) aber nicht das Leise. Parteien, die gegründet werden und komplett neue Programme haben, Frauen, die im Stillen, aber nicht weniger wirkungsvoll agieren, Männer, die den Neoliberalismus nicht mehr mittragen wollen, Firmen, die sich einer Gemeinwohl-Bilanz verschreiben, ....
Ob wir nun an ein morphisches (morphogenetisches) Feld glauben oder nicht: Es lohnt sich, so zu tun, als ob es es gäbe und es mit positiven Gedanken und Schwingungen zu erfüllen: In die Freude gehen, Liebe und alle Hilfen zu denen die es brauchen ... wie auch immer man es für sich formuliert.
Es ist mehr im Gange, als wir glauben.

Montag, 10. Mai 2010

Die Märkte

Schön, dass die Menschen sparen müssen, den Gürtel enger schnallen, damit endlich diese nervösen Märkte beruhigt werden. Ich habe mir auch schon lange Sorge um diese Viecher gemacht. Von Pröll bis Merkel unternehmen alle unmenschliche Anstrengungen, um den Märkten ein wichtiges Signal zu setzen. Was die an gepumptem Geld irgendwo hingepumpt haben (wir geben es Griechenland, wegen der Märkte), das wir sowieso nie zurückzahlen werden (können).
750 MILLIARDEN haben endlich die Märkte etwas besänftigt. Na gott sei dank, aber das viele schöne Geld?
Macht nichts, weil dafür übernimmt ja "die Politik" die Verantwortung. Heißt das, ich kann Pröll sowie seinem Mitarbeiter Feymann, oder Merkel & Co dann eine Rechnung schicken, wenn mein Geld entwertet ist? Ich denke, ich werde nicht einmal das Götz Zitat von ihnen hören.
Die Transaktionssteuer will "die Politik" nicht (weil die gefällt den Märkten gar nicht).
Leerverkäufe sollen auch nicht verboten werden (au weia, ganz schlecht für die Märkte).
Kann mir eigentlich jemand erklären, warum wir den Märkten nicht ein anderes klares Signal schicken? Z.B. L.u.d.a.a.A. (frei nach Goethe) oder F.U., (weil ich glaube viele Märkte reden englisch)? Ganz klar: Weil die Politiker Erfüllungsgehilfen des neoliberalen Systems sind, ohne eigene Meinung und Verantwortungsbewusstsein. Oder glaubt Merkel wirklich, dass Griechenland das Geld zurückzahlen wird? Das wäre ja noch schlimmer als die Lüge. Somit wenden sie sich gegen das Volk und es erhebt sich die bürgerpflichtliche Frage: Wie können wir zivilen Ungehorsam leisten?
Und schon wieder habe ich im Fernsehen gehört: Die Märkte hat das Euro Rettungspaket vorerst einmal beruhigt.
Na dann kann ich ja wirklich beruhigt jetzt schlafen gehen.

Freitag, 30. April 2010

Der Griechische Fischer

Die berühmte Fabel vom griechischen Fischer darf ich als bekannt voraussetzen:
Bereits um 10 Uhr Vormittag liegt er am Strand, neben ihm ein westlicher (Deutschland? Österreich? Sicher nicht Portugal) Geschäftsmann, der Urlaub macht. Auf die Frage des Geschäftsmanns, warum der Fischer nicht weiterarbeitet, er könne ja noch mehr Fisch fangen, kommt das Warum? des Fischers. Ich will die Geschichte abkürzen: Sie geht so lange, bis der Fischer eine kleine Flotte hat und er dann am Strand liegen kann und nicht mehr arbeiten müsse. Darauf sagt der Fischer, das macht er so auch schon, einfach den ganzen Tag so am Strand zu liegen.
Unter dem Eindruck des griechischen Staatsbankrotts wäre eine andere Antwort auch angebracht und die Geschichte vielleicht so zu erzählen:
Fischer: Warum soll ich den ganzen Tag hinausfahren und arbeiten, wo ich doch schon um 10 Uhr am Strand liegen kann? Geschäftsmann: Damit ich nicht für Deine Faulheit zahlen muss.
Natürlich hat der Staatsbankrott noch andere Ursachen als die Faulheit (Korruption, mangelnde Vertragstreue, mangelnde Ehrlichkeit und was immer wir nicht wissen).
Aber der griechische Fischer wirkt in der Fabel schon etwas zynisch.

Freitag, 23. April 2010

Griechenland bankrott ... nur Griechenland?

Eine witzige Nachricht im deutschen Radio: Die Finanzhlife an Griechenland wird nicht aus Steuermitteln bezahlt. Wers glaubt wird selig, denke ich mir, da höre ich schon die Wahrheit: ... außer Griechenland kann nicht zurückzahlen. Dann zahlen wir. Eh klar. Bin schon wieder beruhigt.
Wenn dann noch Nowotny sagt, dass es das einzig richtige ist, zu zahlen, dann kann das doch nur heißen: nicht für uns Steuerzahler, sondern nur für seinesgleichen bzw. die, die ihn dort hingehievt haben, wo er gerade ist.
Kurz überlege ich mir, ob ich mich ärgern soll, aber dann siegt die Vernunft: Zahlt sich nicht aus, weils eh wurscht ist.
Ich gehe davon aus, dass unser (=welt...) Finanzsystem relativ bald völlig kollabieren wird. Siehe diesen blog früher...
Immer, wenn ich Finanzgelehrte darauf anspreche, wie sich das ausgehen soll, dass alle Staaten Defizit machen, höre ich: Bei Staaten ist das anders als bei Firmen, kann man nicht vergleichen, in echt machen sie kein Minus, weil dem stehen Guthaben gegenüber ... Mögen sie recht haben, allein, ich glaubs nicht. Welches System kann auf Dauer mehr geben als es nimmt? Die Zinseszinsen drehen dieses Rad schneller und schneller.
Erste Anzeichen: die Panik, als sich die Banken gegenseitig kein Geld mehr borgten. Das System kann ja nur funktionieren, indem sich die bei der Nationalbank verschuldete Bank A von der Nationalbank Geld ausborgt, an Bank B verborgt, die ihrerseits ihre Schulden an die Nationalbank zurückzahlt, weswegen sie sich neues Geld ausborgen kann, das sie Bank A geben kann, damit die wiederum ihre Schulden ... Klar fallen alle (in eine ansonsten unerklärliche) Panik, wenn deses Zwischenbankensystem zusammenbricht.
Mit den Staaten ist es genauso. Wir borgen Griechenland Geld, das wir uns selbst ausborgen müssen.
Das funktioniert bis zum Augenblick, wo keine anderen Staaten mehr Geld borgen (können, wollen). Das wird der Augenblick, wo das Weltfinanzsystem zusammenbricht.
Daher: Ob wir jetzt Griechenland helfen oder nicht, ist wurscht, weil es den Zusammenbruch nur verzögert. Als nächstes kommt Portugal, Spanien, Italien, .... spätestens dann bricht es zusammen.
Wie gesagt, mögen die Volkswirtschaftler recht haben, allein, ich glaubs nicht.
Ich wette, dass Griechenland nicht bezahlen kann. Warum auch? Diejenigen, die diese Krise verantworten, bleiben im Amt, das System bleibt gleich. Abgesehen davon, dass schon vor Jahren alle zugeschaut haben, als Griechenland für den Euro-Beitritt gelogen hat.

Mittwoch, 21. April 2010

Wie viel haben wir bezahlt???

Wie viel haben wir bezahlt, dass die AUA privatisiert wird? Eine halbe Milliarde? BEZAHLT, nicht bekommen.
Privatisieren tut man doch, damit man nicht mehr für weitere Defizite bezahlt.
Jetzt gibts ein paar Tage Stillstandzeiten und schon wird überlegt, dass ICH (=Steuerzahler) schon wieder zahlen soll.
Bin ich denn der einzige, den das stört???

Mittwoch, 17. März 2010

Religion, Wirtschaft und Staat

Anlässlich meiner Reise in die Türkei habe ich mich mit dem Zusammenhang von Religion und Wirtschaft sowie Religion und Staat beschäftigt.
Das hat dazu geführt, dass ich zuerst den Koran und dann die Bibel las.
Abgesehen davon, dass diese Bücher ziemlich schwere Kost sind:
Es war hochinteressant, sie zu lesen. Ich habe dann im Internet weiter recherchiert.
Das Ergebnis:
Ich bin nun sehr strikt dafür, Religion und Staat zu trennen.
Wirtschaft ist nur ein Teil des Lebens in der Gemeinschaft, der von Religion beeinflusst wird. Es geht um mehr.
Religion darf in keiner Weise den Staat beeinflussen. Es muss eine klare Hierarchie geben: Religionsfreiheit hört dort auf, wo staatliche/gemeinschaftliche Interessen berührt werden.
Natürlich ist das ein unerreichbares Ziel, da unser Leben, unsere Kultur, wir völlig von Religion durchdrungen sind. Dennoch seien hier einige Maßnahmen aufgezählt, die umgesetzt werden sollen:
1. Kein konfessioneller Religionsunterricht in öffentlichen Schulen. Ausschließlich Unterricht über unterschiedliche Religionen durch unbefangene Lehrer. Katholischer Unterricht, islamischer Unterricht gehört nicht in eine öffentliche Schule.
2. Keine finanzielle Unterstützung von Religionen durch den Staat.
3. Keine Sonderstellung von religiösen Organisationen.
4. Keine Sonderstellung von Personen, die durch die Religion begründet ist.
5. Keinesfalls darf die Judikatur in irgendweiner Weise von religiösen Tendenzen gefärbt werden.
6. Das gleiche gilt natürlich für die Legislative.

Ich bin noch für weitere Konsequenzen, aber die möchte ich nicht öffentlich äußern.
Wen die interessieren, erfährt sie von mir persönlich.