Freitag, 19. August 2011

Reaktion auf Krisen

Kürzlich fragte mich Patrick, ob es nicht zu spät ist, auf eine Krise zu reagieren, wenn man sie erkennt. Das in Hinblick auf beschränkte Ressourcen, die dann zu einem "Run" führen, bei dem die meisten durch die Finger schauen. Beispiel: Verseuchtes Wasser bei einem Reaktorunfall.
Ich sagte: Wer achtsam und aktiv das Geschehen beobachtet, ist nie zu spät, weil "die Masse" immer viel zu spät ist. Das war in Fukoshima zu beobachten. Es war bereits am Samstag klar, dass eine Kernschmelze mit massiver Verstrahlung eingetreten war. (Dementi von Regierungen bestätigen sowas immer: "Keine Gefahr" bedeutet immer: "Große Gefahr". "Alles im Griff" bedeutet: "völlig entglitten, Chaos droht" usw.)
Ein interessantes Erlebnis hatte ich am Strand von Griechenland, als plötzlich Sturm aufkam und die Wellen immer größer wurden. Es war offensichtlich (die ersten Wellen leckten schon zu den Liegestühlen), dass die nächsten Wellen voraussichtlich in die Strandliegen hineinrauschen werden (und Handtäschchen, Liegetücher, Playboy-Heftln, Handys usw. einwässern.
Niemand reagierte.

Dann kam die Welle, es kam zum Chaos und zu einer kleinen Panik. Die Bilder unten sind knapp nach der Massenflucht aufgenommen. Interessanterweise können es immer einige noch nicht glauben. Die bleiben auch, wenn alle anderen schon rennen.

Im "Ernstfall" ist das anders? Oh nein. Auf Videos von Katastrophen (Twin Towers Einsturz, Tsunami) sieht man, dass obwohl die Gefahr schon lange vorher erkennbar war, die meisten Menschen erst rennen, wenns zu spät ist, und manche sogar dann noch langsam gehen.
Also: Beruhigend für alle, die aufmerksam gegenüber solchen Phänomenen sind.
Aktuelles Beispiel: Obwohl seit einigen Jahren klar ist, dass ein Finanz Crash hoch wahrscheinlich ist, tun die meisten NICHTS.



Donnerstag, 14. Juli 2011

Klare Signale an die Märkte 2

ch habe schon einmal etwas über das Thema geschrieben:
http://walterswirtschaft.blogspot.com/2010/05/die-markte.html
Wieder bin ich viel in Deutschland unterwegs gewesen und habe Radio gehört. Es wird alles unternommen, um Signale an die Märkte zu senden.
Menschen müssen sparen, damit die Märkte beruhigt werden.
Ja merkt denn niemand, dass Märkte ein Synonym ist für Investmentbanken?
Im Klartext: Wir alle müssen sparen, damit die Investmentbanker ihre Boni verdienen.
Also - mich stört das.

Mittwoch, 15. Juni 2011

Standards und Normen ...

... darüber habe ich schon einmal geschrieben.
http://walterswirtschaft.blogspot.com/2010/10/euro-normen-en-und-nationale-normen-din.html
Ein Problem ist, dass Normen und Standards schon während der Erstellung veraltet sind. In einer immer rascher weiterentwickelnden Gesellschaft sind gedruckte, alle 5 (!) Jahre überarbeitete statische Werke unpassend.
Mit Patrick habe ich versucht, ein neues Konzept zu erarbeiten:
1. Man etabliere ein einschlägiges Fachforum (hoch moderiert durch Fachleute).
2. Man erstelle ein Standard-Werk.
3. Dieses Werk wird in erster Linie als pdf verschickt. Das ist nicht nur umweltfreundlich, sondern lagert auch gegebenenfalls den "Druck on demand" zum Leser, deswegen kann das Werk viel billiger werden.
4. Man erstelle einen Emailverteiler, wo die Leser sowohl über Neuerungen im Buch als auch über wichtige Posts im Forum benachrichtigt werden.

Im Forum kann nun der Inhalt diskutiert werden, neue Inhalte kommen dazu, die Leser werden automatisch am letzten Stand gehalten.

Umgesetzt haben wir das bei meinem "Hobby" - Ropes Courses: Das Ropes Course Forum der IOA (www.rcforum.cc) dient als Fachforum.
Das Werk ist Samstag erschienen:


Die ersten Bestellungen sind binnen Stunden eingegangen.
Ich bin gespannt, wie sich das Konzept bewährt.

Freitag, 10. Juni 2011

Stephan Schulmeister über unser Geldsystem

Ich habe nach der Diskussion im Burgkino eine Mail an Dr. Stephan Schulmeister geschickt, der einer der wichtigsten Ökonomen in Österreich ist und auch die Regierung berät:

An:
Von: "Walter Siebert"
Datum: 06/10/2011 02:35
Betreff: Frage zur Podiumsdiskussion


Sehr geehrter Herr Dr. Schulmeister,
mit hohem Interesse haben Freunde und ich der Podiumsdiskussion zugehört und nachher noch einigermaßen weiter diskutiert.
Auch nach dem nochmaligen Hören sind wir bezüglich der Fragen ums Geld nicht auf einen grünen Zweig gekommen.
Es ist uns immer noch ein Rätsel, woher das Geld für die Zinsen kommen soll. Sie erklären es, wenn wir Sie richtig verstanden haben, dadurch, dass mehr Produktivität und Rendite dieses Geld schafft. Das kann ich mir aus der Sicht eines Firmeninhabers nicht vorstellen, da durch meine Produktivitätssteigerung ja kein Geld erzeugt wird.
Darf ich Sie ersuchen, dies noch einmal zu erläutern oder einen Verweis auf eine Erklärung geben?
Mit freundlichen Grüßen
Walter Siebert
___________________
Mobil: +43-664-102 84 87
Siebert Consulting
Ramperstorffergasse 37
A-1050 Wien
Fax: +43-1-545 32 00 32
www.siebert.at

Die Antwort kam nach wenigen Stunden:

----- Original Message -----
Sent: Friday, June 10, 2011 10:10 AM
Subject: Antwort: Frage zur Podiumsdiskussion

Lieber Herr Siebert,
zu Ihrem Rätsel. Wenn wir in einem Kauri-Muschel-Geldsystem leben, in dem der Staat die Geldmenge absolut fixieren kann, gäbe es keinen Zins, weil es auch kein Wachstum gäbe - wenn doch, dann bei einem mit der Wachstumsrate fallenden Preisniveau (bei konstanter Geldmenge). In diesem Fall wäre der Nominalzins zwar Null, der Realzins entspräche der Wachstumsrate.
In einem Kreditgeldsystem wird dann jenes zusätzliche Geld geschöpft, das der zusätzlichen Produktion entspricht, wenn die finanzkapitalistische Geldvermehrung (nicht über realwirtschaftliche Gütervermehrung, sondern "selbstreferentiell") verhindert wird - wie zwischen 1950 und 1970 (mit Bretton Woods hat das nur am Rande zu tun, siehe China seit 1980). Die Inflation blieb zwischen 2% und 3% und das ist in einem kapitalistischen System ein notwendiger Stabilisierungsfakto (kann ich im Detail nicht ausführen, es betrifft die Relation Zinssatz zu Wachstumsrate - wenn von Interesse, laden Sie sich meinen Aufsatz aus 1995 über "Zinssatz, Wachtumsrate und Staatsverschuldung" von meiner Homepage runter).
Ergänzung: Es geht mir nicht um Wahrheiten etc., sondern um unterschiedliche Vorstellungen, den Zins zu erklären, Eine ist eben:

Ich habe 1000, die ich nicht ausgeben möchte, 10 Unternehmen hätten gerne die 1000 als Kredit für eine Investition. Sie bieten mir unterschiedliche Zinssätze an. Die Vermutung gilt, dass jener, der am meisten zahlen kann, dass profitabelste Projekt hat. So können meine 1000 zur besten Verwendung kommen. Ohne den Zins als Preis wäre das schwieriger. Für den Kreditgeber ist der Zins (in dieser Sichtweise) der Preis für seinen Nicht-Konsum (so die gängige Theorie, halte ich z. B. für mehr konstruiert als empirisch fundiert - positive Zeitpräferenz), für den Kreditnehmer der Preis für die Finanzierung des Projekts. Anders gesagt: Mit dem Zins wird ein Teil des durch technischen Fortschritt/Steigerung der Produktivität möglichen Zusatzertrags an den "Rentier" abgetreten - ob gerecht, ungerecht ist eine andere Geschichte. Der Zins ermöglicht nicht den technischen Fortschritt, hat ihn aber zur Voraussetzung.
Hab' schon anderen Mailschreibern geantwortet: Sie können ja nix dafür, aber seit ich als Ökonom tätig bin, wurde ich immer wieder mit Menschen in Gespräche verwickelt, welche mit dem Zins Probleme hatten, Gesellianer zumeist, aber auch Anhänger von neuen Geldsystemen. ich habe dem viele Stunden gewidmet, es hat für beide Seiten nix gebracht. Die Diskussion im Burgkino setzte die Serie fort............

Ich hoffe, mich verständlich ausgedrückt zu haben, kann mich aber einer weiteren Diskussion des Themas nicht widmen, bitte um Verständnis.

Herzlich,




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Name: Stephan Schulmeister Austrian Institute of
Phone: +43-1-7982601-242 Economic Research
Fax: +43-1-7989386 1030 Vienna, Arsenal, Objekt 20, Austria
e-mail: Stephan.Schulmeister@wifo.ac.at http://www.wifo.ac.at/
http://stephan.schulmeister.wifo.ac.at/

Sonntag, 15. Mai 2011

Interkulturelles Lernen in Korea




Man hört ja viel über Asiaten, und hier ist es Realität. Sie leben, so wie es in den Seminarskripten steht.
Das mach das Arbeiten sehr mühevoll.
Es ist so schlimm, dass sie hier einfach keinen Rat annehmen können, weil das schon Gesichtsverlust bedeuten würde. Sie müssen auf die Schnauze fallen, was zwar noch mehr Gesichtsverlust bedeutet, aber dann lernen sie (möglicherweise).
Eine typische Situation: Koreaner machen etwas (technisches), ich sehe, das wird so nicht funktionieren. Ich sage ihnen 3 Mal, was als nächstes passieren wird, wenn sie so weitermachen, sie waren immer freundlich, haben aber weitergemacht. Ich habe eine Pantomime gespielt, dasss eigentlich alles klar sein müßte.
Verstanden haben sie, weil diejenigen, die bei der Aktion möglicherweise gestorben wären, weggegangen sind. Es kam wie es kommen mußte, die Aktion endete im genau beschriebenen Desaster. Dann waren sie niedergeschlagen und der Zeitverlust war 1 Tag. Wenn sie vorher gehört hätten, dann wäre das mit einem zweiminütigen Eingriff erledigt gewesen.
Teilweise arbeiten sie sowas von ineffizient. Für etwas, wo wir 1/2 Stunde gebraucht haben, haben sie 7 Stunden gebraucht. Die Lernkurve gerät dabei zur Horizontalgeraden.
Asiaten können zwar kopieren, aber sie kopieren nur das, was ihnen einleuchtet. Unwesentlich erscheinendes lassen sie weg, bis sie auf die Nase fallen.
Vielleicht gibt es deswegen auch kaum Erfindungen aus Asien.
Meine Frage an die Interkulturell-ExperteInnen:
Die Koreaner, mit denen ich arbeite, ignorieren prinzipiell Ratschläge.
Wie kann man einem Koreaner einen Rat geben, den er auch befolgt?

Montag, 28. März 2011

Warum der Crash später kommen könnte als geplant

Viele Zeichen deuten darauf hin, dass heuer das Währungssystem zusammenbricht. Jeder, der rechnen kann, braucht sich ja nur die „Bilanz“ der europäischen Staaten anschauen. (ich kann das nicht, aber ich kenne gute Rechner).

Nornalerweise ignorieren Menschen so etwas, bis sie von der Realität „überrascht“ werden.

Was ist, wenn das in diesem Fall nicht so ist? Was ist, wenn viele Menschen auch glauben, dass ihre Ersparnisse bald weg sein werden? Und sei es auch nur, dass sie an eine Hyperinflation glauben.

Was ist, wenn sie beginnen, ihre Ersparnisse auszugeben?

Würde das nicht die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes erhöhen?

Würde das wiederum nicht – siehe Silvio Gesell – die Wirtschaft massiv ankurbeln und den Zusammenbruch der Währung hinauszögern? Ich habe ja die scheinökonomische Blase vorhergesagt (sie ist auch eingetreten). Ich habe auch vorhergesagt, dass der Zusammenbruch 2012 kommen wird. Von einem seriösen Ökonomen habe ich gehört, er rechnet heuer schon damit – Juni oder Oktober.

Wir sollten das Konsumverhalten beobachten und die Ersparnisse. Wenn ersteres steigt und zweitere sinken, dann könnte der Zusammenbruch verzögert werden. Wie lange ... ? Bis die nächsten Staatsanleihen bezahlt werden müssen aber nicht mehr bezahlt werden können und der Rettungsschirm nicht ausreicht.

Donnerstag, 24. März 2011

Gau, Supergau, lügende Politiker und Medien


Ein GAU (größter anzunehmender Unfall) ist dadurch definiert, dass er beherrschbar ist.
Der SUPERGAU ist nicht mehr beherrschbar.
Diese Definitionen entstanden vor dem politischen Ziel: "Wir wollen Atomkraft, völlig wurscht, was es kostet".
Von Politikern sind wir gewohnt, dass sie lügen. Warum wiegeln aber vor allem die deutschen Medien ab? "Die Lage droht außer Kontrolle zu geraten" - während man riesige Explosionen im Fernsehen sieht. Waren das kontrollierte Explosionen?
"Man spritzt Meerwasser in die Reaktoren, um den drohenden Supergau zu verhindern" (nTV heute). Klingt das nach kontrollierter Maßnahme? In Japan ist bereits bedenkliche Strahlung in den Lebensmitteln und im Trinkwasser. Und man kann davon ausgehen, dass die Realität viel schlimmer ist. Alles unter Kontrolle?
Wann wird der Supergau beim Namen genannt?
Das Ziel ist nach wie vor, die Atomkraft durchzusetzen. Deswegen wird abgewiegelt. Warum lassen wir uns das alles gefallen?
In unserem Parlament sitzt Wolfgang Schüssel als hochbezahlter Atomlobbyist eines deutschen Konzerns. Wir bezahlen aber immerhin sein Grundgehalt.