Donnerstag, 6. Februar 2014
Wie kann man Arbeitslosengelder an die Reichen umverteilen?
Die Umverteilung von unten nach oben ist zwar nicht das erklärte, aber seit Jahren das faktische Ziel der Politik, mit einer Erfolgsstory: 90 Prozent der Österreicher unterstützen die reichsten 10 Prozent finanziell. Damit dieses politische Ziel umgesetzt werden konnte, mussten Privatisierungen, Bankenrettungen und ausgeklügelte Zins- und Steuerkonstrukte erfunden werden.
Begriffe wie "systemrelevant" mussten öffentlich vermarktet werden, damit sie vom Bürger gefressen werden.
Nun stand die Politik vor einer speziellen Herausforderung: Wie können die Arbeitslosengelder an die Reichen umverteilt werden? Arbeitslosengelder sind ja nun wirklich zweckgebunden, sie sollen den Arbeitssuchenden zugute kommen.
" Die Leistungen ermöglichen Arbeitslosen eine angemessene Lebenshaltung in Form einer Entgeltersatzleistung, einer Sicherstellung des individuellen Lebensstandards auf niedrigem Niveau oder eines armutsvermeidenden Existenzminimums." (Wikipedia)
Das klingt nicht wirklich nach viel Geld, und einfach einem Reichen Notstandshilfe zu zahlen ist nicht das, was sie sich von der Politik erwarten. Da sollen Gewinne her!
Das AMS soll Gewinne an Investoren zahlen? Das kann doch nicht funktionieren???
Doch, das scheint möglich zu sein:
Als erstes werden Leistungen "outgesourct". "Partner" des AMS bieten Kurse an, wo die Arbeitslosen hingeschickt werden. Diese "Partner" dürfen natürlich nicht gewinnorientiert arbeiten. Das wäre ja höchst widersinnig.
Sollte man glauben.
Bitte sagt mir, dass das ein Irrtum ist:
Einer der Partner des AMS, die Firma Weidinger und Partner, gehört angeblich zumindest teilweise einem Fonds (Lead Equities), der seinen Investoren Rendite bringen soll.
Ich wünsche mir, dass das nicht stimmt. Das kanns ja wirklich nicht sein. Ich bitte um Richtigstellung!
Dienstag, 31. Dezember 2013
Und wieder was repariert
Meine Antwort auf geplante und ungeplante Verfallsdaten:
Selbst reparieren.
Zuerst kommt eine elektrische Ballpumpe dran. Schlauch gebrochen, allerdings ist der direkt mit einer Hülse an den Luftauslass gequetscht ... wegschmeißen?
Nein. Quetschverbindung mit Gewalt entfernen, Schlauch draufschieben, mit Schlauchbinder befestigen.
Das war easy.
Weitaus schwieriger haben es die wunderbaren Ingenieure dieses Fußofens gestaltet.
Das muss schon ein Aufwand gewesen sein, Schrauben zu entwickeln mit dreieckigem Loch statt mit Kreuzschlitz.
Aber nicht mit mir, Jungs. Da müsst Ihr früher aufstehen.
Ich muss halt auch Aufwand treiben und feile einen alten Schraubenzieher vorne dreieckig - schon ist das Gerät offen. Nach langem Suchen mit einem Spannungsprüfer habe ich schließlich den Versager identifiziert: Es ist eine Sicherung. Kurz noch gegenchecken: mit einer Kombizange kurzgeschlossen - läuft.
Dieses Teil ist also eine Sicherung und ist durchgebrannt - wegen Überhitzung. Das ist an und für sich eine sehr gute Einrichtung, dass nicht die Wohnung abbrennt sondern die Sicherung durch.
Warum man aber Sicherungen so baut, dass man das ganze Gerät mit Spezialwerkzeugen zerlegen muss und dann die Sicherung rausschneiden muss aus der Quetschverbindung weiß ich nicht.
Wahrscheinlich basteln diese Ingenieure gerne zu Hause.
Beim Conrad kostet dieses Teil 90 Cent!
Eingebaut, zusammengebaut - fertig -los! Er läuft, er heizt.
Leider habe ich wieder jemandes Arbeitsplatz vernichtet.
Selbst reparieren.
Zuerst kommt eine elektrische Ballpumpe dran. Schlauch gebrochen, allerdings ist der direkt mit einer Hülse an den Luftauslass gequetscht ... wegschmeißen?
Nein. Quetschverbindung mit Gewalt entfernen, Schlauch draufschieben, mit Schlauchbinder befestigen.
Das war easy.
Weitaus schwieriger haben es die wunderbaren Ingenieure dieses Fußofens gestaltet.
Das muss schon ein Aufwand gewesen sein, Schrauben zu entwickeln mit dreieckigem Loch statt mit Kreuzschlitz.
Aber nicht mit mir, Jungs. Da müsst Ihr früher aufstehen.
Ich muss halt auch Aufwand treiben und feile einen alten Schraubenzieher vorne dreieckig - schon ist das Gerät offen. Nach langem Suchen mit einem Spannungsprüfer habe ich schließlich den Versager identifiziert: Es ist eine Sicherung. Kurz noch gegenchecken: mit einer Kombizange kurzgeschlossen - läuft.
Dieses Teil ist also eine Sicherung und ist durchgebrannt - wegen Überhitzung. Das ist an und für sich eine sehr gute Einrichtung, dass nicht die Wohnung abbrennt sondern die Sicherung durch.
Warum man aber Sicherungen so baut, dass man das ganze Gerät mit Spezialwerkzeugen zerlegen muss und dann die Sicherung rausschneiden muss aus der Quetschverbindung weiß ich nicht.
Wahrscheinlich basteln diese Ingenieure gerne zu Hause.
Beim Conrad kostet dieses Teil 90 Cent!
Eingebaut, zusammengebaut - fertig -los! Er läuft, er heizt.
Leider habe ich wieder jemandes Arbeitsplatz vernichtet.
Mittwoch, 25. Dezember 2013
Was kommt nach der Geschenkökonomie?
Weihnachten ist für mich Lesezeit. Letztes Buch: Tim Jackson: Wohlstand ohne Wachstum. Das Buch ist eine gute Zusammenfassung dieses Themas, hat aber für mich wenig Neuigkeitswert gehabt.
In diesem Zusammenhang war für mich interessanter ein Gespräch, das ich kürzlich mit meinem Sohn Patrick hatte: Über die Shared Economy und die Geschenkökonomie . Wir stimmten überein, dass sich die Sharing Economy, also der Tauschhandel nicht wesentlich von der klassischen Ökonomie unterscheidet.
Die Geschenkökonomie ist aber sehr wohl etwas komplett anderes und sollte nicht mit Tauschhandel verwechselt werden.
Interessant ist die Definition in Wikipedia, wo auch der Begriff Schenkökonomie verwendet wird: Dabei wird die materielle Gabe mit einer immateriellen Schuld gehandelt: Wer schenkt, erwartet sich etwas.
Ich mag daher den Begriff Geschenkökonomie nicht so gerne, da Ökonomie für mich etwas mit Handeln, also mit Leistung und Gegenleistung zu tun hat.
Für mich ist die nächste Entwicklungsstufe nach dem Handel (Leistung, Gegenleistung) das Bedingungslose Schenken. Man gibt, ohne etwas zu erwarten.
Es ist das Privileg des Philosophen Patrick, noch lange bevor die Geschenkökonomie über das Stadium der zarten Pflanze hinausgekommen ist, zu fragen: Und was kommt danach?
Seine Antwort: Anarchie.
Ich war überrascht.
Anarchie ist Herrschaftslosigkeit.
Hier wirds spannend. Ich glaube, die Menschheit ist da weit entfernt, reif dafür zu sein.
Ich gaube, dass wir dann soweit sind, wenn wir alle Entscheidungen mit diesen drei Fragen zu bewerten:
1. Ist es gut für mich?
2. Ist es gut für die unmittelbar Betroffenen?
3. Ist es gut für den Planeten?
... unter einem nachhaltigen Gesichtspunkt.
Eine persönliche "Ethikkommission" kann da helfen.
In diesem Zusammenhang war für mich interessanter ein Gespräch, das ich kürzlich mit meinem Sohn Patrick hatte: Über die Shared Economy und die Geschenkökonomie . Wir stimmten überein, dass sich die Sharing Economy, also der Tauschhandel nicht wesentlich von der klassischen Ökonomie unterscheidet.
Die Geschenkökonomie ist aber sehr wohl etwas komplett anderes und sollte nicht mit Tauschhandel verwechselt werden.
Interessant ist die Definition in Wikipedia, wo auch der Begriff Schenkökonomie verwendet wird: Dabei wird die materielle Gabe mit einer immateriellen Schuld gehandelt: Wer schenkt, erwartet sich etwas.
Ich mag daher den Begriff Geschenkökonomie nicht so gerne, da Ökonomie für mich etwas mit Handeln, also mit Leistung und Gegenleistung zu tun hat.
Für mich ist die nächste Entwicklungsstufe nach dem Handel (Leistung, Gegenleistung) das Bedingungslose Schenken. Man gibt, ohne etwas zu erwarten.
Es ist das Privileg des Philosophen Patrick, noch lange bevor die Geschenkökonomie über das Stadium der zarten Pflanze hinausgekommen ist, zu fragen: Und was kommt danach?
Seine Antwort: Anarchie.
Ich war überrascht.
Anarchie ist Herrschaftslosigkeit.
Hier wirds spannend. Ich glaube, die Menschheit ist da weit entfernt, reif dafür zu sein.
Ich gaube, dass wir dann soweit sind, wenn wir alle Entscheidungen mit diesen drei Fragen zu bewerten:
1. Ist es gut für mich?
2. Ist es gut für die unmittelbar Betroffenen?
3. Ist es gut für den Planeten?
... unter einem nachhaltigen Gesichtspunkt.
Eine persönliche "Ethikkommission" kann da helfen.
Dienstag, 3. Dezember 2013
Diktatur der Mehrheit
Es gibt einen neuen Trend in der Politik, und Misstrauen ist angebracht:
Genannt "Direkte Demokratie".
Siehe z.B. Volksbegehren gegen die "Homo-Ehe"
Ich möchte eine provokante These aufstellen:
"Die Direkte Demokratie ist ein Schritt in Richtung Abschaffung der Demokratie".
Warum? Die meisten Menschen setzen Demokratie mit Mehrheitsbeschluss gleich. Ich würde sogar meinen: Fast alle Menschen.
Der Schutz der Minderheit wird dabei vergessen. Ich bin aber überzeugt:
Die Demokratie steht genau dort auf dem Prüfstand, wo sie über Minderheiten beschließt.
Ich fürchte, wir Menschen sind noch nicht reif für eine Direkte Demokratie. Bei schweren und scheußlichen Verbrechen kann man das erkennen: Zu sehr verankert ist in uns das archaische Rache- und Vergeltungsprinzip, in vielen Religionen sogar vorgeschrieben.
Wir hätten sonst ein komplett anderes Strafrechtssystem.
Zu groß ist auch die Gefahr, dass die Mehrheit durch die Medien beeinflusst wird. Die Medien sind in der Hand einiger Weniger und die Manipulationsgefahr ist hoch: Die Medien haben eine bemerkenswerte Kompetenz im Manipulieren der öffentlichen Meinung erlangt.
Leider werden nur diktatorische Herrschaftsformen als Alternative angeführt. ich denke aber, es ist an der Zeit, die Demkratie zu modernisieren.
Aber bitte nicht abschaffen!
Genannt "Direkte Demokratie".
Siehe z.B. Volksbegehren gegen die "Homo-Ehe"
Ich möchte eine provokante These aufstellen:
"Die Direkte Demokratie ist ein Schritt in Richtung Abschaffung der Demokratie".
Warum? Die meisten Menschen setzen Demokratie mit Mehrheitsbeschluss gleich. Ich würde sogar meinen: Fast alle Menschen.
Der Schutz der Minderheit wird dabei vergessen. Ich bin aber überzeugt:
Die Demokratie steht genau dort auf dem Prüfstand, wo sie über Minderheiten beschließt.
Ich fürchte, wir Menschen sind noch nicht reif für eine Direkte Demokratie. Bei schweren und scheußlichen Verbrechen kann man das erkennen: Zu sehr verankert ist in uns das archaische Rache- und Vergeltungsprinzip, in vielen Religionen sogar vorgeschrieben.
Wir hätten sonst ein komplett anderes Strafrechtssystem.
Zu groß ist auch die Gefahr, dass die Mehrheit durch die Medien beeinflusst wird. Die Medien sind in der Hand einiger Weniger und die Manipulationsgefahr ist hoch: Die Medien haben eine bemerkenswerte Kompetenz im Manipulieren der öffentlichen Meinung erlangt.
Leider werden nur diktatorische Herrschaftsformen als Alternative angeführt. ich denke aber, es ist an der Zeit, die Demkratie zu modernisieren.
Aber bitte nicht abschaffen!
Mittwoch, 20. November 2013
Bargeld abschaffen - nein danke!
Es häufen sich in letzter Zeit die Artikel (z.B. im Spiegel), wo mit unterschiedlichen Argumenten das Bargeld abgeschafft werden soll.
Ich bin strikt dagegen.
Bargeld ist die letzte Möglichkeit, der totalen Kontrolle auszukommen.
Wenn Du in Ungnade fällst (und das ist bei den Big Data gleich einmal geschehen), kann Dir der, der das Geld kontrolliert, Dir den Geldhahn abdrehen.
Ich wäre mit meiner Kritik am neoliberalen System und am Geldsystem und nicht zuletzt wegen dieses Blogeintrags wahrscheinlich unter den ersten.
Du kannst nichts mehr kaufen.
Du kannst nirgends mehr öffentlich fahren (da die Zugangskontrolle durch RFID Chips erfolgen wird. Der Chip kann deaktiviert werden - Du kannst in kein öffentliches Gebäude mehr hinein.
Lesegeräte können überall angebracht werden, auch außen am Haus.
Du kannst nicht mehr nach Hause.
Deine Verwandten werden ebenso abgedreht, bis Du Dich stellst.
Warum nicht auch deine Freunde?
Alles nur böse Phantasien eines paranoiden Verfolgungswahnhirns?
Wenn ich mir die Geheimdienstskandale anschaue, wenn ich sehe, wie Personen verfolgt werden, die Gesetzesverstöße von Regierungen und deren Erfüllungsgehilfen aufzeigen, bin ich mir nicht so sicher.
Viel fehlt dann nicht mehr zur schönen neuen Welt. Aber wir müssen uns auch beeilen, wir sind 40 Jahre im Rückstand.
Ich bin strikt dagegen.
Bargeld ist die letzte Möglichkeit, der totalen Kontrolle auszukommen.
Wenn Du in Ungnade fällst (und das ist bei den Big Data gleich einmal geschehen), kann Dir der, der das Geld kontrolliert, Dir den Geldhahn abdrehen.
Ich wäre mit meiner Kritik am neoliberalen System und am Geldsystem und nicht zuletzt wegen dieses Blogeintrags wahrscheinlich unter den ersten.
Du kannst nichts mehr kaufen.
Du kannst nirgends mehr öffentlich fahren (da die Zugangskontrolle durch RFID Chips erfolgen wird. Der Chip kann deaktiviert werden - Du kannst in kein öffentliches Gebäude mehr hinein.
Lesegeräte können überall angebracht werden, auch außen am Haus.
Du kannst nicht mehr nach Hause.
Deine Verwandten werden ebenso abgedreht, bis Du Dich stellst.
Warum nicht auch deine Freunde?
Alles nur böse Phantasien eines paranoiden Verfolgungswahnhirns?
Wenn ich mir die Geheimdienstskandale anschaue, wenn ich sehe, wie Personen verfolgt werden, die Gesetzesverstöße von Regierungen und deren Erfüllungsgehilfen aufzeigen, bin ich mir nicht so sicher.
Viel fehlt dann nicht mehr zur schönen neuen Welt. Aber wir müssen uns auch beeilen, wir sind 40 Jahre im Rückstand.
Dienstag, 19. November 2013
Aufruf zur Evolution
Ich möchte mich an den Artikel von Naomi Klein anlehnen, die meint: Widerstand wird zur Pflicht, wollen wir überleben.
Man muss nicht so mutig sein wie der Glaziologe Jason Box, einer der weltweit renommiertesten Experten für die schmelzenden Eisschilde Grönlands. Er ließ sich vor dem weißen Haus verhaften, als er gegen die Keystone-XL-Teersandpipeline demonstrierte. (Und die USA gehört zu den Ländern, wo es nicht sehr ratsam ist, verhaftet zu werden).
Ich bin nämlich nicht so mutig. Dennoch kann jeder etwas machen.
Ich habe in den letzten Jahren versucht, eine neue Richtung einzuschlagen, neue Verhaltensweisen für mich zu entwickeln, die menschen- und ressourcenwürdigend(er) sind. Hier sind ein paar Erfahrungswerte:
1. Einstellung und Einsicht.
Intensive Information und Recherche hat dazu geführt, dass ich unser Wirtschafts- und Finanzsystem anders sehe als vor 12 Jahren. Ich vertrete mittlerweile das Modell der Geschenkökonomie. (Hier ist
das Buch dazu und noch weitere Ideen) und unterstütze es.
2. Persönlicher Lebensstil (siehe auch hier: Tipps gegen Stress)
Vom Turbokapitalisten zum ...?
Vor 12 Jahren war mein Kurs Firmenaufbau und Wachstum. Geld verdienen.
Mittlerweile habe ich meine Firmen liquidiert oder verkauft und arbeite deutlich weniger. Dadurch zahle ich weniger Steuern (ich möchte nicht die "Banken retten" oder die "nervösen Märkte beruhigen"), habe im Gegenzug mehr Zeit (und Geld) um soziale Projekte zu unterstützen).
3. Ressourcen schonen
Ich fahre nicht schneller als 90 (meine Freunde in der BRD mögen diesen Satz gleich wieder vergessen und mir verzeihen).
Ich repariere soweit es geht meine Sachen und versuche der geplanten Obseleszenz ein Schnippchen zu schlagen.
Heute habe ich meine 30 Jahre alte Haube gestopft
(naja, man kann es auch übertreiben).
Mein Auto hat 350.000 km drauf.
Ich überlege mir viel öfter, was ich kaufe.
Mein Handy ist mehr als 5 jahre alt.
4. Ich schreibe eine wissenschaftliche Arbeit, mit dem Ziel, dass Materialien solange verwendet werden wie möglich, die derzeit voll funktionsfähig geschreddert werden.
Ich versuche laufend, mich in diese Richtung weiter zu entwickeln. Für mich gibt es hier kein "zurück in die Steinzeit". Ich bin überzeugt, dass wir bei deutlich besserer Lebensqualität ebenso deutlich weniger Ressourcen vergeuden können.
Man muss nicht so mutig sein wie der Glaziologe Jason Box, einer der weltweit renommiertesten Experten für die schmelzenden Eisschilde Grönlands. Er ließ sich vor dem weißen Haus verhaften, als er gegen die Keystone-XL-Teersandpipeline demonstrierte. (Und die USA gehört zu den Ländern, wo es nicht sehr ratsam ist, verhaftet zu werden).
Ich bin nämlich nicht so mutig. Dennoch kann jeder etwas machen.
Ich habe in den letzten Jahren versucht, eine neue Richtung einzuschlagen, neue Verhaltensweisen für mich zu entwickeln, die menschen- und ressourcenwürdigend(er) sind. Hier sind ein paar Erfahrungswerte:
1. Einstellung und Einsicht.
Intensive Information und Recherche hat dazu geführt, dass ich unser Wirtschafts- und Finanzsystem anders sehe als vor 12 Jahren. Ich vertrete mittlerweile das Modell der Geschenkökonomie. (Hier ist
das Buch dazu und noch weitere Ideen) und unterstütze es.
2. Persönlicher Lebensstil (siehe auch hier: Tipps gegen Stress)
Vom Turbokapitalisten zum ...?
Vor 12 Jahren war mein Kurs Firmenaufbau und Wachstum. Geld verdienen.
Mittlerweile habe ich meine Firmen liquidiert oder verkauft und arbeite deutlich weniger. Dadurch zahle ich weniger Steuern (ich möchte nicht die "Banken retten" oder die "nervösen Märkte beruhigen"), habe im Gegenzug mehr Zeit (und Geld) um soziale Projekte zu unterstützen).
3. Ressourcen schonen
Ich fahre nicht schneller als 90 (meine Freunde in der BRD mögen diesen Satz gleich wieder vergessen und mir verzeihen).
Ich repariere soweit es geht meine Sachen und versuche der geplanten Obseleszenz ein Schnippchen zu schlagen.
Heute habe ich meine 30 Jahre alte Haube gestopft
(naja, man kann es auch übertreiben).
Mein Auto hat 350.000 km drauf.
Ich überlege mir viel öfter, was ich kaufe.
Mein Handy ist mehr als 5 jahre alt.
4. Ich schreibe eine wissenschaftliche Arbeit, mit dem Ziel, dass Materialien solange verwendet werden wie möglich, die derzeit voll funktionsfähig geschreddert werden.
Ich versuche laufend, mich in diese Richtung weiter zu entwickeln. Für mich gibt es hier kein "zurück in die Steinzeit". Ich bin überzeugt, dass wir bei deutlich besserer Lebensqualität ebenso deutlich weniger Ressourcen vergeuden können.
Montag, 11. November 2013
Vom Wirtschaften zum Gemeinschaften - Science Event 2013
Das Umweltbundesamt lud heute ins altehrwürdige Funkhaus in die Argentinierstraße in Wien..
http://www.umweltbundesamt.at/anmeldung_scienceevent13/
Das Thema zeigt, dass aus vereinzelten Ideen ein Trend geworden ist.
Der erste Redner (Harald Heinrichs) forscht zum Thema Sharing Economy, und als ich ihn beim Büffet anschließend frage, ob er die Geschenkökonomie unter diesen Begriff einordnen würde (was ich nicht tun würde, da es etwas gänzlich anderes ist), meint er sinngemäß:
"Es macht gesellschaftspolitisch Sinn, aus den unterschiedlichen Ideen eine Bewegung unter einem Dach zu subsummieren."
Das überzeugt mich.
Begeisternde Einzelprojekte wurden von begeisterten Vertretern vorgestellt (z.B. Cradle to Cradle, Urban Gardening, die soziokratisch organisierte Bank für Gemeinwohl und vor allem das Reparaturzentrum RUSZ begeisterten mich). Hier machen Leute etwas, das sie wirklich für sinnvoll erachten.
Der Kontrast kam in der Podiumsdiskussion, wo Vertreter der klassischen Ökonomie (die Sponsoren) ihre Statements abgaben.
Was für ein Gegensatz!
Leere Worthülsen, entfremdete Fremdworte, alles ist dem Homo Ökonomicus untergeordnet. "Das kostet extra", "Innovation = besser und billiger,...").
Sinn war für mich nicht zu spüren. Dafür gelebte Knappheit an Begeisterung. Das wurde durch Nichtssagen oder nichts sagen ausgedrückt.
Als einer aus dem Publikum anmerkte, dass unser Geldsystem ein grundlegendes Problem darstellt, mit Zinseszinsproblematik sowie Privatisierung in die Hände einer Minderheit wurde ihm vor dem letzten Punkt das Wort abgedreht (der wäre gewesen: Belohnung von Knappheit anstatt von Fülle). Die Frage der Moderatorin ans Podium: "Wer möchte antworten" versandete im Schweigen der neoliberal braingewashten Gesichter: eine kollektive Allegorie des völligen Unverständnisses.
Allerdings: Dieses Podium repräsentiert die Macht. Dass von diesem Establishment keine Lösungen zu erwarten sind, wurde sonnenklar. Die liegen in den Händen der Zivilgesellschft. Deswegen macht es auch Sinn, sich zu einer Bewegung, der Sharing Economy, zu formieren, was zur Zeit der Fall ist.
Dem Podium rufe ich zu: Willkommen in unserer Gegenwart! Bitte horcht auf Euer Herz. Bitte lernt, es wieder zu spüren. Bitte lernt, den Begeisterten zuzuhören, Euch von ihren Sinnmomenten erfüllen zu lassen.
Die von den Rednern mehrfach geforderte Politik möchte ich mit Konstantin Wecker umschreiben: Ein kleines Volk zwischen Agonie und Phagozytenanfällen.
Dass es (trotzdem) lebt merken wir bei Wahlen und bei Gerichtsprozessen.
Ob diese Bewegung ebenso wieder versandet, wie die schon mal dagewesenen Bewegungen der 70er und frühen 80er Jahre (wie es eine Zeitzeugin anmerkte), ob es das Kapital wieder schafft, diese Bewegung auszusitzen und zu korrumpieren, das wird die Qualität der Zeit zeigen.
Ich habe das Gefühl, jetzt ist es nicht mehr aufzuhalten.
Hier schließe ich mich gerne Wecker an:
Doch da muß jetzt was passieren,
zuviel Zeit ist schon verschenkt,
und es wird von den Erstarrten
das Geschick der Welt gelenkt.
Und die fällt bald aus den Angeln.
Komm, wir gehen mit der Flut
und verwandeln mit den Wellen
unsre Angst in neuen Mut.
http://www.umweltbundesamt.at/anmeldung_scienceevent13/
Das Thema zeigt, dass aus vereinzelten Ideen ein Trend geworden ist.
Der erste Redner (Harald Heinrichs) forscht zum Thema Sharing Economy, und als ich ihn beim Büffet anschließend frage, ob er die Geschenkökonomie unter diesen Begriff einordnen würde (was ich nicht tun würde, da es etwas gänzlich anderes ist), meint er sinngemäß:
"Es macht gesellschaftspolitisch Sinn, aus den unterschiedlichen Ideen eine Bewegung unter einem Dach zu subsummieren."
Das überzeugt mich.
Begeisternde Einzelprojekte wurden von begeisterten Vertretern vorgestellt (z.B. Cradle to Cradle, Urban Gardening, die soziokratisch organisierte Bank für Gemeinwohl und vor allem das Reparaturzentrum RUSZ begeisterten mich). Hier machen Leute etwas, das sie wirklich für sinnvoll erachten.
Der Kontrast kam in der Podiumsdiskussion, wo Vertreter der klassischen Ökonomie (die Sponsoren) ihre Statements abgaben.
Was für ein Gegensatz!
Leere Worthülsen, entfremdete Fremdworte, alles ist dem Homo Ökonomicus untergeordnet. "Das kostet extra", "Innovation = besser und billiger,...").
Sinn war für mich nicht zu spüren. Dafür gelebte Knappheit an Begeisterung. Das wurde durch Nichtssagen oder nichts sagen ausgedrückt.
Als einer aus dem Publikum anmerkte, dass unser Geldsystem ein grundlegendes Problem darstellt, mit Zinseszinsproblematik sowie Privatisierung in die Hände einer Minderheit wurde ihm vor dem letzten Punkt das Wort abgedreht (der wäre gewesen: Belohnung von Knappheit anstatt von Fülle). Die Frage der Moderatorin ans Podium: "Wer möchte antworten" versandete im Schweigen der neoliberal braingewashten Gesichter: eine kollektive Allegorie des völligen Unverständnisses.
Allerdings: Dieses Podium repräsentiert die Macht. Dass von diesem Establishment keine Lösungen zu erwarten sind, wurde sonnenklar. Die liegen in den Händen der Zivilgesellschft. Deswegen macht es auch Sinn, sich zu einer Bewegung, der Sharing Economy, zu formieren, was zur Zeit der Fall ist.
Dem Podium rufe ich zu: Willkommen in unserer Gegenwart! Bitte horcht auf Euer Herz. Bitte lernt, es wieder zu spüren. Bitte lernt, den Begeisterten zuzuhören, Euch von ihren Sinnmomenten erfüllen zu lassen.
Die von den Rednern mehrfach geforderte Politik möchte ich mit Konstantin Wecker umschreiben: Ein kleines Volk zwischen Agonie und Phagozytenanfällen.
Dass es (trotzdem) lebt merken wir bei Wahlen und bei Gerichtsprozessen.
Ob diese Bewegung ebenso wieder versandet, wie die schon mal dagewesenen Bewegungen der 70er und frühen 80er Jahre (wie es eine Zeitzeugin anmerkte), ob es das Kapital wieder schafft, diese Bewegung auszusitzen und zu korrumpieren, das wird die Qualität der Zeit zeigen.
Ich habe das Gefühl, jetzt ist es nicht mehr aufzuhalten.
Hier schließe ich mich gerne Wecker an:
Doch da muß jetzt was passieren,
zuviel Zeit ist schon verschenkt,
und es wird von den Erstarrten
das Geschick der Welt gelenkt.
Und die fällt bald aus den Angeln.
Komm, wir gehen mit der Flut
und verwandeln mit den Wellen
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