Sonntag, 19. Oktober 2014

Wo bleibt die Ethik für Ingenieure?

... habe ich mich wieder einmal gefragt, als ich über Drohnen (ich meine die, die ausschließlich zum Töten von Menschen designed wurden) und über geplante Obseleszenz gelesen habe.
Wäreunsere Welt nicht eine friedlichere und schönere, würden Ingenieure solch unmoralische Dinge einfach nicht tun?
Wenn es zum Beispiel einen Eid gäbe, dann würden wenigstens solche unmoralischen Ingenieure gesellschaftlich geächtet, wenn sie schon selber kein schlechtes Gewissen haben.
Da bin ich über ein Dokument gestolpert:
Ethische Grundsätze des Ingenieurberufs
verfasst vom VDI, dem Verband Deutscher Ingenieure.
Nun, wenn man sich das so durchliest, dann bekommt man eine Ahnung, wieso Ethik kein Thema ist: Es ist so kompliziert zu lesen wie die Gebrauchsanweisung für ein technisches Gerät, welches so kompklex ist, dass es unbedienbar für uns Normalos ist.
Selbst die dringend notwendige Zusammenfassung am Schluss ist schwierig zu interpretieren.

Ich schlage daher folgendes vor: Wir schreiben diese Ethik um und machen einige Dinge klar verständlich. Hier ein Vorschlag:

Ich gelobe ...
... dass ich keine geplante Obseleszenz bauen werde,
sondern: 
... dass ich nur nachhaltige Produkte baue.

 Ich gelobe ...
... dass ich kein Kriegsgerät bauen werde,
sondern: 
... dass ich nur Dinge für die friedliche Nutzung designen werde.

und so weiter.

ich freue mich auf eine Welt, wo die geballte Ingenieurskunst (und die ist wirklich schwer beeindruckend!!!) für friedliche und nachhaltige Zwecke eingesetzt wird.



Montag, 23. Juni 2014

Ich wünsche mir Individualethik

Ich lese im Netz "Jean Ziegler fordert den Aufstand des Gewissens".
Seit einiger Zeit sehe ich eine Möglichkeit, die aktuellen Systeme  zu verbessern in einer individuellen Ethik.
Häufig sind es die Systeme, die dem einzelnen Menschen das Gefühl, gefangen und unfrei zu sein, geben. Diese Systeme mögen unmenschlich sein - vollzogen werden sie durch Menschen. Niemand zwingt mich als Polizist, zum Beispiel, ein Kind zu verhaften und abzuführen, nur weil es "das System" fordert. Niemand zwingt mich, Familienmitglieder abzuschieben.
Niemand zwingt mich, korrupt zu sein.
Ich kann beschließen, es anders zu machen.
Auf die Frage: Will ich genau so behandelt werden? Sollte ein Ja kommen. Dann würden  Betrügereien oder unmenschliche Behandlungen nur von den meiner Meinung nach in der Minderheit befindlchen Masochisten erfolgen.

Hier ist meine Selbstanleitung zum ethischen Handeln:

1. Will ich selbst so behandelt werden?
2. Ist das, was ich vorhabe, gut für den/die Betroffenen?
3. Ist es nachhaltig gut für die Gemeinschaft, für die Welt?
4. ist es gut, nachhaltig gut für mich?

Wenn ich alle Fragen mit Ja beantworte, dann ist es für mich ethisches Handeln.

Bei Verträgen achte ich darauf, ob der Vertrag meinem Vertragspartner nützt, ob er gut für ihn/sie ist.

Im Zuge meiner Arbeit kenne ich keine Bagatellgrenze für Korruption - ich lasse mich vom Kunden nicht einladen.

Nötigenfalls muss ich zivilen Ungehorsam üben.

Donnerstag, 6. Februar 2014

Wie kann man Arbeitslosengelder an die Reichen umverteilen?


Die Umverteilung von unten nach oben ist zwar nicht das erklärte, aber seit Jahren das faktische Ziel der Politik, mit einer Erfolgsstory: 90 Prozent der Österreicher unterstützen die reichsten 10 Prozent finanziell. Damit dieses politische Ziel umgesetzt werden konnte, mussten Privatisierungen, Bankenrettungen und ausgeklügelte Zins- und Steuerkonstrukte erfunden werden.
Begriffe wie "systemrelevant" mussten öffentlich vermarktet werden, damit sie vom Bürger gefressen werden. 
Nun stand die Politik vor einer speziellen Herausforderung: Wie können die Arbeitslosengelder an die Reichen umverteilt werden? Arbeitslosengelder sind ja nun wirklich zweckgebunden, sie sollen den Arbeitssuchenden zugute kommen.
" Die Leistungen ermöglichen Arbeitslosen eine angemessene Lebenshaltung in Form einer Entgeltersatzleistung, einer Sicherstellung des individuellen Lebensstandards auf niedrigem Niveau oder eines armutsvermeidenden Existenzminimums." (Wikipedia)
Das klingt nicht wirklich nach viel Geld, und einfach einem Reichen Notstandshilfe zu zahlen ist nicht das, was sie sich von der Politik erwarten. Da sollen Gewinne her!
Das AMS soll Gewinne an Investoren zahlen? Das kann doch nicht funktionieren???

Doch, das scheint möglich zu sein:

Als erstes werden Leistungen "outgesourct". "Partner" des AMS bieten Kurse an, wo die Arbeitslosen hingeschickt werden. Diese "Partner" dürfen natürlich   nicht gewinnorientiert arbeiten. Das wäre ja höchst widersinnig.

Sollte man glauben.

Bitte sagt mir, dass das ein Irrtum ist:
Einer der Partner des AMS, die Firma Weidinger und Partner, gehört angeblich zumindest teilweise einem Fonds (Lead Equities), der seinen Investoren Rendite bringen soll.
Ich wünsche mir, dass das nicht stimmt. Das kanns ja wirklich nicht sein. Ich bitte um Richtigstellung!



Dienstag, 31. Dezember 2013

Und wieder was repariert

Meine Antwort auf geplante und ungeplante Verfallsdaten:
Selbst reparieren.

Zuerst kommt eine elektrische Ballpumpe dran. Schlauch gebrochen, allerdings ist der direkt mit einer Hülse an den Luftauslass gequetscht ... wegschmeißen?
Nein. Quetschverbindung mit Gewalt entfernen, Schlauch draufschieben, mit Schlauchbinder befestigen.


Das war easy.

Weitaus schwieriger haben es die wunderbaren Ingenieure dieses Fußofens gestaltet.

Das muss schon ein Aufwand gewesen sein, Schrauben zu entwickeln mit dreieckigem Loch statt mit Kreuzschlitz.
Aber nicht mit mir, Jungs. Da müsst Ihr früher aufstehen.
Ich muss halt auch Aufwand treiben und feile einen alten Schraubenzieher vorne dreieckig - schon ist das Gerät offen. Nach langem Suchen mit einem Spannungsprüfer habe ich schließlich den Versager  identifiziert: Es ist eine Sicherung. Kurz noch gegenchecken: mit einer Kombizange kurzgeschlossen - läuft.
Dieses Teil ist also eine Sicherung und ist durchgebrannt - wegen Überhitzung. Das ist an und für sich eine sehr gute Einrichtung, dass nicht die Wohnung abbrennt sondern die Sicherung durch.
Warum man aber Sicherungen so baut, dass man das ganze Gerät mit Spezialwerkzeugen zerlegen muss und dann die Sicherung rausschneiden muss aus der Quetschverbindung weiß ich nicht.
Wahrscheinlich basteln diese Ingenieure gerne zu Hause.



Beim Conrad kostet dieses Teil 90 Cent!

Eingebaut, zusammengebaut - fertig -los! Er läuft, er heizt.
Leider habe ich wieder jemandes Arbeitsplatz vernichtet.

Mittwoch, 25. Dezember 2013

Was kommt nach der Geschenkökonomie?

Weihnachten ist für mich Lesezeit. Letztes Buch: Tim Jackson: Wohlstand ohne Wachstum. Das Buch ist eine gute Zusammenfassung dieses Themas, hat aber für mich wenig Neuigkeitswert gehabt.
In diesem Zusammenhang war für mich interessanter ein Gespräch, das ich kürzlich mit meinem Sohn Patrick hatte: Über die Shared Economy und die Geschenkökonomie . Wir stimmten überein, dass sich die Sharing Economy, also der Tauschhandel nicht wesentlich von der klassischen Ökonomie unterscheidet.
Die Geschenkökonomie ist aber sehr wohl etwas komplett anderes und sollte nicht mit Tauschhandel verwechselt werden.
Interessant ist die Definition in Wikipedia, wo auch der Begriff Schenkökonomie verwendet wird: Dabei wird die materielle Gabe mit einer immateriellen Schuld gehandelt: Wer schenkt, erwartet sich etwas.
Ich mag daher den Begriff Geschenkökonomie nicht so gerne, da Ökonomie für mich etwas mit Handeln, also mit Leistung und Gegenleistung zu tun hat.
Für mich ist die nächste Entwicklungsstufe nach dem Handel (Leistung, Gegenleistung) das Bedingungslose Schenken. Man gibt, ohne etwas zu erwarten.
Es ist das Privileg des Philosophen Patrick, noch lange bevor die Geschenkökonomie über das Stadium der zarten Pflanze hinausgekommen ist, zu fragen: Und was kommt danach?
Seine Antwort: Anarchie.
Ich war überrascht.
Anarchie ist Herrschaftslosigkeit.
Hier wirds spannend. Ich glaube, die Menschheit ist da weit entfernt, reif dafür zu sein.
Ich gaube,  dass wir dann soweit sind, wenn wir alle Entscheidungen mit diesen drei Fragen zu bewerten:

1. Ist es gut für mich?
2. Ist es gut für die unmittelbar Betroffenen?
 3. Ist es gut für den Planeten?

... unter einem nachhaltigen Gesichtspunkt.

Eine persönliche "Ethikkommission" kann da helfen.


Dienstag, 3. Dezember 2013

Diktatur der Mehrheit

Es gibt einen neuen Trend in der Politik, und Misstrauen ist angebracht:

Genannt "Direkte Demokratie".

Siehe z.B. Volksbegehren gegen die "Homo-Ehe"
 
Ich möchte eine provokante These aufstellen: 

"Die Direkte Demokratie ist ein Schritt in Richtung Abschaffung der Demokratie".

Warum? Die meisten Menschen setzen Demokratie mit Mehrheitsbeschluss gleich. Ich würde sogar meinen: Fast alle Menschen. 

Der Schutz der Minderheit wird dabei vergessen. Ich bin aber überzeugt:

Die Demokratie steht genau dort auf dem Prüfstand, wo sie über Minderheiten beschließt.


Ich fürchte, wir Menschen sind noch nicht reif für eine Direkte Demokratie. Bei schweren und scheußlichen Verbrechen kann man das erkennen: Zu sehr verankert ist in uns das archaische Rache- und Vergeltungsprinzip, in vielen Religionen sogar vorgeschrieben. 
Wir hätten sonst ein komplett anderes Strafrechtssystem.
 
Zu groß ist auch die Gefahr, dass die Mehrheit durch die Medien beeinflusst wird. Die Medien sind in der Hand einiger Weniger und die Manipulationsgefahr ist hoch: Die Medien haben eine bemerkenswerte Kompetenz im Manipulieren der öffentlichen Meinung erlangt.

Leider werden nur diktatorische Herrschaftsformen als Alternative angeführt. ich denke aber, es ist an der Zeit, die Demkratie zu modernisieren. 

Aber bitte nicht abschaffen!

Mittwoch, 20. November 2013

Bargeld abschaffen - nein danke!

Es häufen sich in letzter Zeit die Artikel (z.B. im Spiegel), wo mit unterschiedlichen Argumenten das Bargeld abgeschafft werden soll.

Ich bin strikt dagegen.
Bargeld ist die letzte Möglichkeit, der totalen Kontrolle auszukommen.

Wenn Du in Ungnade fällst (und das ist bei den Big Data gleich einmal geschehen), kann Dir der, der das Geld kontrolliert, Dir den Geldhahn abdrehen.
Ich wäre mit meiner Kritik am  neoliberalen System und am Geldsystem und nicht zuletzt wegen dieses Blogeintrags wahrscheinlich unter den ersten.
Du kannst nichts mehr kaufen.
Du kannst nirgends mehr öffentlich fahren (da die Zugangskontrolle durch RFID Chips erfolgen wird. Der Chip kann deaktiviert werden - Du kannst in kein öffentliches Gebäude mehr hinein.
Lesegeräte können überall angebracht werden, auch außen am Haus.
Du kannst nicht mehr nach Hause.
Deine Verwandten werden ebenso abgedreht, bis Du Dich stellst.
Warum nicht auch deine Freunde?

Alles nur böse Phantasien eines paranoiden Verfolgungswahnhirns?
Wenn ich mir die Geheimdienstskandale anschaue, wenn ich sehe, wie Personen verfolgt werden, die Gesetzesverstöße von Regierungen und deren Erfüllungsgehilfen aufzeigen, bin ich mir nicht so sicher.

Viel fehlt dann nicht mehr zur schönen neuen Welt. Aber wir müssen uns auch beeilen, wir sind 40 Jahre  im Rückstand.